Mit Pisa und anderen sogenannten Qualitätsstudien ruiniert die OECD weltweit historisch gewachsene Bildungssysteme.

Dahinter steht ein höchst fragwürdiges Menschenbild, schreibt der Erziehungswissenschaftler Beat Kissling.
 
Die Wirtschaftsorganisation etabliert sich global als alleiniger Schiedsrichter für die Beurteilung nationaler Bildungssysteme. Doch mit welcher Legitimation?
Es ist schwer nachzuvollziehen, wieso Länder mit gänzlich unterschiedlichen Bildungstraditionen und -systemen sich auf diesen uniformierenden, angelsächsisch orientierten Test- und Rankingfetischismus haben ‚einspuren’ lassen, der dem europäischen Bildungsverständnis vor 2000 gänzlich fremd war.
Viele Länder mit ausgezeichnet funktionierenden Bildungssystemen, zum Beispiel die Schweiz, taten das ohne jegliche Notwendigkeit.
 
Die aktuell erstellte Effizienz-Rangliste gründet auf der berechneten Relation zwischen finanziellen Ausgaben der verschiedenen nationalen Bildungssysteme (konkret der durchschnittlichen Lehrerlöhne sowie Klassengrößen) und ihrer letzten PISA-Testresultate. Vier Tage später, also am 9. September, schob die OECD ihren jährlichen Bericht „Education at a Glance“ nach, der wiederum sämtliche beteiligte Staaten mit zahllosen Tabellen und Zahlen zueinander in Konkurrenz setzte. Es geht da um Abschlussquoten auf den verschiedenen Schulstufen, Entwicklungen der Erwerbslosenquoten, Verhältnis von Berufsbildungsabsolventen zu erfolgreichen Studienabgängern, öffentliche Vorschul-Bildungseinrichtungen und so weiter.
 
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Beat Kissling

Dr. phil. Beat Kissling, Psychologe, Erziehungswissenschaftler und Beiratsmitglied der Gesellschaft für Bildung und Wissen; beruflich tätig als Gymnasiallehrer und Hochschuldozent

 

 
Frankfurter Gesellschaft für Bildung und Wissen