Worin unterscheidet sich eine Weiterbildung von einer Umschulung?

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG, §1) unterscheidet folgendermaßen zwischen einer beruflichen Weiterbildung und einer Umschulung: „Die berufliche Fortbildung soll es ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen.“ „Die berufliche Umschulung soll zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen.“

Als (berufliche) Weiterbildung lassen sich also alle Maßnahmen bezeichnen, an denen Beschäftigte und Arbeitssuchende teilnehmen, um sich für den Beruf, in dem sie tätig sind oder waren, weiter zu qualifizieren. Als Umschulungen werden Maßnahmen bezeichnet, in denen Berufsfremde auf eine Tätigkeit vorbereitet werden, für die sie noch keine Ausbildung absolviert haben.

Die Umschulung entspricht also einer erneuten Berufsausbildung. Ein weiterer Unterschied besteht zumeist in der Finanzierung der Maßnahmen. Weiterbildungen werden regulär von den Beschäftigten selbst, ihrem Arbeitgeber oder über Förderzuschüsse wie Stipendien oder Bildungsgutscheine finanziert. Da Umschulungen häufig aus gesundheitlichen Gründen erfolgen, oder weil es keine Beschäftigungsmöglichkeiten im erlernten Beruf mehr gibt oder aus ähnlichen schwerwiegenden Gründen, werden Umschulungen meist von den Rentenversicherungsträgern oder den Arbeitsagenturen finanziert. Natürlich besteht daneben für jeden die Möglichkeit, sich eigenständig weiterzubilden und für einen neuen Beruf zu qualifizieren, beispielsweise in Fernlehrkursen.

Welche Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Formen der Weiterbildung, sowohl was deren Inhalte, Dauer, Lernformen, als auch deren Voraussetzungen angeht. Generell unterscheidet man zwischen Anpassungsqualifizierungen, Spezialisierungen und Aufstiegsweiterbildungen.

Anpassungsqualifizierung

Die Anpassungsqualifizierung dient der Vertiefung oder Auffrischung bereits vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie ist notwendig, um sich den wandelnden beruflichen Anforderungen anzupassen – zum Beispiel durch die Einführung neuer Technologien oder Gesetze und Bestimmungen. Ebenso wenn es darum geht nach längerer Abwesenheit in den Beruf zurückkehren. Karriereleiter
Durch die Spezialisierung wird in einem besonderen Bereich qualifiziert, werden vorhandene Kenntnisse erweitert. Anpassungsqualifizierungen und Spezialisierungen sind als Formen der Weiterbildung nicht immer klar voneinander abzugrenzen.

Aufstiegsweiterbildung

Die Aufstiegsweiterbildung hat ein klares Ziel: Sie dient dem beruflichen Aufstieg, der Karriere. Entsprechend baut sie nicht nur auf vorhandenen Fertigkeiten auf, sondern bereitet die Teilnehmenden auch auf die Übernahme neuer Tätigkeitsbereiche vor. Häufig geht es um den Erwerb von Führungskompetenzen; je nach Tätigkeitsfeld und Verantwortungsbereich kommen weitere Inhalte dazu, wie etwa betriebswirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse.

Auch für Anpassungs- und Aufstiegsqualifizierungen sind finanzielle Hilfen möglich. Zum Beispiel können über die Arbeitsagenturen Bildungsgutscheine erlangt werden oder es kann die Bildungsprämie des Bundes beantragt werden. Für Weiterbildungen von bis zu 5 Tagen kann über das Bildungszeitgesetz eine Freistellung unter Lohnfortzahlung gewährt werden. Eine Zusammenstellung der Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie im Downloadbereich.


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